Projekte

Creating Futures


Einer beträchtlichen Anzahl junger Menschen mit Heimerfahrung gelingt es nicht, eine nachhaltige Zukunft für sich aufzubauen. International zeigt die Forschung u.a. ein häufigeres Vorkommen von Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Delinquenz und selbstschädigendem Verhalten verglichen mit der Allgemeinbevölkerung.Gleichzeitig haben die jungen Menschen aufgrund der Anlässe, die zum Heimaufenthalt führten, auf ihrem Weg besondere Herausforderungen zu meistern.

Im Projekt Creating Futures erarbeiten junge Menschen (14-24jährig), Mitarbeitende und Leitende von Jugendheimen in der Schweiz und Ungarn gemeinsam organisationale Innovationen, die es den Heimen ermöglichen, die Selbstbefähigung der jungen Menschen künftig noch wirksamer zufördern. Zentral sind dabei zwei Elemente: 1) Die Mitwirkung junger Menschen als Expertinnen und Experten ihres Lebens in allen Teilen des Projektes 2) Die Zusammenarbeit von jungen Menschen, Leitenden und Mitarbeitenden der Heime als «Community of Practice», welche gemeinsam das Projekt gestaltet und durchführt. Mitglieder der wichtigsten Akteursgruppen der Heime pflegen so die kritische Reflexion des Eigenen im Spiegel des Anderen und ein kollaboratives «Voneinander-und-miteinander-Lernen» als «kritische Freunde».

Das Projekt wird von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) gemeinsam mit dem Jugendnetzwerk Horgen und dem Sozialpädagogischen Zentrum Gfellergut in der Schweiz und den Heimen Cseppkő, Matészalka und Szilágyi Erzsébet in Ungarn gestaltet und durchgeführt. Projektleiterin ist FICE Schweiz Vorstandsmitglied Dr. Anna Schmid von der ZHAW. FICE Schweiz, das FICE-Netzwerk NENESZ in Ungarn sowie FICE International sind wichtige Partner für den fachlichen Austausch und die Verbreitung von Erkenntnissen. Die Stiftung Mercator Schweiz finanziert das Projekt.

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Quality4Children – Qualitätsstandards in der ausserfamiliären Betreuung


Rund 25'000 Kinder können in der Schweiz aus verschiedenen Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen und kommen auf der Grundlage einer Behördlichen Intervention in Fremdunterbringung. Aufgrund der Erfahrungen der international tätigen Organisationen von WHO und UNICEF bestand ein grosser Bedarf zur Entwicklung von Qualitätsstandards für die Betreuung von fremd untergebrachten Kindern. Diese wurden im Rahmen des europäischen Projektes zusammen mit Kindern, Jugendlichen, Fachkräften aus mehr als 20 Ländern entwickelt. In der Schweiz haben sich 2005 die vier Organisationen INTEGRAS, PFLEGEKINDER-AKTION SCHWEIZ, Institut für Soziale Arbeit FHS St. Gallen und FICE zur IG Quality4children  zusammengeschlossen mit dem Ziel, dieses Projekt umzusetzen. Nach der Entwicklung der Standards liegt der Arbeitsschwerpunkt nun in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Unterstützung der Umsetzung. Denn viele Kinder oder Jugendliche in der ausserfamiliären Betreuung wissen immer noch nicht, dass sie Rechte haben. Und sowohl Fachkräfte der Erziehung als auch Behörden und Organisationen der Erziehungshilfe stellen sich die Frage, wie im Alltag aus den Kinderrechten gelebte Realität wird. Mehr Informationen unter www.quality4children.ch


Safe Parks- für syrische Flüchtlingskinder im Libanon


FICE Schweiz unterstützt gemeinsam mit dem Internationalen Sozialdienst Schweiz (ISS) und in Zusammenarbeit mit zwei lokalen Partnerorganisationen 16 Safeparks im Libanon. „Safe Parks“ sind mobile Spielplätze, die zu regelmässigen Zeiten an verschiedenen Orten in Betrieb sind.

Bis April 2014 forderte der Bürgerkrieg in Syrien gemäss Beobachter den Tod von über 150'000 Menschen. Eine weitere unmittelbare Folge des Krieges sind die zahlreichen Flüchtlinge, die in angrenzende Länder geflüchtet sind. Davon am schwersten betroffen ist der Libanon mit 1‘020‘164 registrierten syrischen Flüchtlingen, wovon über die Hälfte Kinder sind. Diese Kinder sind geprägt von schrecklichen Erlebnissen, haben Todesfälle in der Familie hautnah miterlebt und leben seit Kriegsausbruch in einer äusserst unsicheren und unstabilen Situation. Es gilt deshalb, insbesondere die heranwachsende Generation zu stärken und zu unterstützen. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Eindrücke und Erlebnisse zu verarbeiten und auch die Gelegenheit erhalten, sich als Kinder zu fühlen und als solche verhalten zu dürfen, insbesondere zu spielen und zu lachen.

In den Safeparks im Libanon ist dies seit Dezember 2017 möglich. Hier stehen den Kindern altersspezifische Angebote in folgenden Bereichen zur Verfügung:
• Sport (diverse Sportarten)
• Kreative und spielerische Ausdrucksmöglichkeiten und Freizeitaktivitäten (Malen, Basteln, Tanzen, Singen etc.)
• psychosoziale Unterstützung bezüglich der Aufarbeitung von erlittenen Traumata
• Erwerb von (Über-)Lebenskompetenzen, die den Kindern dabei helfen, ihren schwierigen Alltag zu bewältigen
• Unterstützung bei der Suche nach vermissten Personen und einer geeigneten Unterbringung
• Vernetzung mit anderen Angeboten, z.B. in Bezug auf die medizinische Versorgung oder die Unterbringung von unbegleiteten Minderjährigen.

Vom Januar bis Mai 2018 nutzten insgesamt 4'497 Kinder die Parks. Sie wurden dabei von 309 eigens ausgebildeten lokalen Fachleuten (AnimatorInnen, PsychologInnen, Sozialarbeitenden und PädagogInnen) betreut. Diese sind in der Lage, die spezifischen Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und sie bei der Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen zu unterstützen und stärken.

Das erste Projekt „Safe Park“ wurde in Südafrika von der NACCW („National Association of Child Care Workers“) und FICE South Africa im Jahre 2002 ins Leben gerufen. Vor allem aufgrund der Ausbreitung der Krankheit AIDS wurden in Südafrika damals viele Kinder früh dazu gezwungen, wie Erwachsene zu funktionieren und bei allen Arbeiten mitzuhelfen. Die „Safe Parks“ waren für diese Kinder sichere Orte, an denen sie wieder Kinder sein konnten. Das Projekt förderte damit auch die Durchsetzung des in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention verankerten Rechts auf Ruhe, Freizeit und Spiel. Safe Parks



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